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 Monat

Schreibaufgaben für Unersättliche 
Viel Vergnügen!

Februar
2013

Das Wiedersehen (B. Brecht)

Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: „Sie haben sich gar nicht verändert.“
„Oh!“ sagte Herr K. und erbleichte.

Zur Erklärung Berthold Brecht hat über Jahrzehnte Keunergeschichten (Herr K. = Keuner) verfasst und grüppchenweise veröffentlicht. Die meisten dieser Geschichten findet der interessierte Leser im Band Kalendergeschichten (1948). Die postmortalen Werkausgaben enthalten 87 Keuner-Geschichten.

Die Aufgabe:

1. Der Mann, der Herrn K. als unverändert bezeichnete, erzählt seiner Frau von der merkwürdigen Reaktion des Angesprochenen und spekuliert darüber.

2. Herr K. notiert das Treffen in seinem Tagebuch und kommentiert sein Erbleichen.

3. Oder: schreibt die Geschichte zu den zwei Sätzen!

 April 2013

 Ein altes Wort, so klein und so selten allein: Harm.

Es benennt von außen zugefügte, tiefe, seelische Verletzung, Schmerz, Leid oder Schaden.

Harmlos führen wir es im Munde, ohne uns seines Wesens bewusst zu sein. In Gesichtern können wir es finden, tief gräbt es sich in die Physiognomie.

Das kleine Wort entgeht unserer Aufmerksamkeit fast gänzlich, obwohl seine Wirkung oft so eine weit umgreifende, eindringliche ist.

Schenkt dem HARM zwei Minuten: schreibt alles auf, was euch in zwei Minuten zu dem Wort einfällt oder was es in euch assoziiert.

 

 

 Juni 2013

  "Es ist ein Irrtum zu glauben, die entscheidenden Momente eines Lebens, in denen sich seine gewohnte Richtung für immer ändert, müssten von lauter und greller Dramatik sein, unterspült von heftigen inneren Aufwallungen." (aus: Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon)

Aufgabe: Richtungswechsel. Leise. - Ein Fünf-Minuten-Text

Juli 2013

 

"Vorsichtig klopfte er ein drittes Mal. Als noch immer nichts geschah, beschloss er, sich vor die Hütte setzen und abzuwarten. Doch plötzlich wurde die Tür aufgerissen, und…."    (Aus: Andreas Hartmann: Herr der Wolken)
Aufgabe: was passiert? Wie gehts weiter? Schreibe die Geschichte zu Ende.

August 2013

  Die Autorin Janne Teller hat ein Buch mit dem Titel „Nichts, was im Leben wichtig ist“ veröffentlicht. Da provoziert ein Junge seine Mitschüler mit der Ansicht, alles sei gänzlich bedeutungslos.

Schreibaufgabe: Ist es das?   --------- Ihr könnt jede Form verwenden, Haiku, Zeilenbruch, Essay, Kurzgeschichte, Betrachtung, Märchen...

 September
2013

 Der Kanaldeckel hob sich Zentimeter für Zentimeter. Ein behandschuhte Hand legte eine Armbanduhr auf die Fahrbahn. Für einen Moment verschwand die Hand, bevor sie ein paar silberne Ohrringe neben der Uhr platzierte. Ein Fächer, ein Taschenmesser und zwei eingeschweißte Dauerkarten für das Hallenbad folgten. Der Mond verschwand hinter Wolken.

Wer weiß, wie´s weiter geht?

 

 Leider hat´s zwischendurch die Homepage zerknallt, deshalb fehlen zwei Jahre toller Schreibaufgaben. Schade...

 März 2016

Ein Wörterpäckchen soll euch Anregung für eine Geschichte sein:

 

Grün, braun, schwellen, Clopapier, Abrissbirne, Rahmen, Knospe, Samen, Herrgottswinkel, Brautkleid, ERgometer, Hahnenfuß, Kamerablitze, Fettaugen...

  Nu macht mal.

April 2016

 Begegnung nach Jahrzehnten:

 

 Maria war als Sechzehnjährige unsterblich in ihren Klassenkameraden Jens verliebt. Er galt damals als der begehrteste Junge der Schule. Sah er doch einfach umwerfend aus, so sportlich, drahtig, immer grinsend, mit einem Blick… oh mein Gott! Zwei, drei Mal war Maria mit ihm in der Disco gewesen. Wie einen Rausch erlebte sie diese Abende in seinen Armen, die sie jedoch nie lange genug fest hielten, um aus ihm und ihr ein Paar zu machen. Und jetzt, genauer heute, in genau einer Minute, würde sie ihn wieder sehen. Extra dafür hatte sie sich einen knallroten, engen Rock gekauft, eine Bluse mit kleinem Ausschnitt und Pumps, auf denen sie das Gehen neu hatte lernen müssen. Der würde gucken, was aus dem „Speckröllchen“, wie er sie damals, zwar liebevoll, genannt hatte, geworden war.

  Vor der Glastür erschien ein Schatten. Marias Herz verfiel in unkontrollierbaren Galopp. Sie starrte auf die sich öffnende Tür, auf den Mann, der eintrat, ein beinahe kahlköpfiger Koloss im schlecht sitzenden Anzug, schwer atmend, und auf die Hand, die er ihr entgegen streckte: „Servus Maria! Schön, Dich wieder zu sehen!“

 Und, wie geht die Begegnung weiter? Ich freue mich auf eure Ideen und Geschichten!

 

 Mai 2016

 

 Ein CutUp - Schnitt der Zeilen

 Der rumänische Dadaist Tristan Tzara etablierte „Cut-Up“ für die Dichtung.

 Mit Schnipseln aus einer Zeitung formte er Sätze, Wörter, Textfragmente, ordnete sie neu und schuf so ein Gedicht. Viele Lyriker haben dieses Verfahren übernommen. Der Amerikaner William S. Burroughs  schrieb sogar einen ganzen Roman mit dem Titel Nova Express, erschienen 1964, in Cut-Up-Technik.

 Diese experimentelle Dichtung sorgt für Überraschungen, da die Schnipsel die Richtung vorgeben, und trotzdem behält man die Kontrolle über die Wörter. Eine wirklich tolle Methode, um zu neuen Themen und Aussagen zu gelangen. Darüber hinaus ist das Schneiden und Legen von Cut-Ups eine überaus meditative Beschäftigung!

   

 Für Euch stellt sich nun die Aufgabe, entweder selbst einen Cut-Up zu erstellen oder in nebenstehendem die Geschichte zu entdecken und zu schreiben.

 

Juni 2016

 

 Ein Edelstein zerbirst. Hat wer mit dem Hammer darauf gehauen? Seine Bestandteile spritzen in alle Himmelsrichtungen. Welche Botschaften fliegen wohin? Welche Erinnerungen an das große Ganze bleiben an ihnen haften? Werden sie je wieder zusammen finden?

 

August 2016

 Wörterhäufchen: Verschönern, sitzen, Weg, frieren, Franken, telefonieren, hoch, weit, selten, zweifelhaft, Erinnerung, Haupt, Kranz, Locher, Hammer, Borsten.

 Daraus bitte eine Geschichte oder ein Gedicht, ein Rätsel oder ein Märchen schreiben.

 

Herbst 2016

Du schlenderst über einen Weihnachtsmarkt. Du kaufst Dir eine Packung Lebkuchen, in kleinen Stückchen brichst du dir während des Gehens davon ab und kaust genussvoll. Der Duft von Zimt und Nelken weht aus dem Glühweinstand, aber du hast keine Hand mehr frei, musst auch noch fahren... Glitzern und Farben locken dich zum Weihnachtsschmuck. Welche Überraschung, sogar Lametta gibt es noch! Zudem vergoldete Nüsse und Kerzenhalter in allen Materialien und Formen. Vor allem aber Christbaumkugeln, glänzend, matt, beflockt, einfarbig, verziert, vergoldet, versilbert, große und kleine. Die großen hängen wie überdimensionale Früchte oben im Verkaufsstand. Du kaust deinen Lebkuchen und freust dich an den hübschen Bemalungen der großen Kugeln, richtige Sehnsuchtsbilder sind das. Auf einmal hörst du auf zu Kauen. Du kannst nicht glauben, was du da siehst. Das Bild, da auf der einen großen Kugel, das ist ja.....

 

Ja was? Stifte raus und eure Geschichte schreiben!

Jan/Feb 2017

"Zwanzig Minuten nach Mitternacht kam Jakob zurück. Er durchquerte den Raum, wo die Menschen sich noch immer um den Hals fielen und ein gutes neues Jahr wünschten. Sein Blick begegnete meinem, unmerklich nickte er. Mein Herz begann wie wild zu klopfen. Mit feuchten Händen wühlte ich in meiner Tasche, zog mein Handy heraus und bestellte ein Taxi."

 Das ist der Anfang einer Geschichte. Das ist der Anfang von... das Ende von.... eine Episode im Leben von? Stifte raus und eure Geschichte schreiben!

Fasching 2017

Verwandle Dich. In eine andere Person, in ein Tier, eine Pflanze, ein Wesen außerhalb irdischen Lebens... Verwandle Dich und erzähle uns Deine Geschichte. Wandle vielleicht auch wörternd textatisch rundgebumm, grapschös, klamaubauterisch ethetero....

 

 

 Mai 2017

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus: erzählt von eurem Mai, erzählt, wie sie euch schlugen oder andere, die Bäume, erzählt von den Blessuren und den Narben, den Fotos und den Erinnerungen an Gerüche, Farben und Geschmack.

Monat Juni:

 Dark FiddlerDark FiddlerBetrachtet das Foto Dark Fiddler; Wer ist er, für wen spielt er - unter Wasser? Mit Spinnweben? Was ist das für ein Szenario? Und die Saiten: aus welchem Material sind sie gemacht?
Spürt ihr eine Geschichte?

 

Dann schreibt sie!

 Monat Juli

 

"Später hatte sie sich oft gefragt, warum sie ausgerechnet dieses Kuvert aus dem Stapel ungeöffneter Post gefischt und mit dem Brieföffner aufgeschlitzt hatte. Sie erinnert sich, dass das Zuknallen der Haustür noch in ihren Ohren gedröhnt und sie sich deshalb auf den Hocker neben dem Garderrobenschränkchen hatte fallen lassen. In Gedanken zerpflückte sie den vorausgegangenen Wortwechsel und hantierte dabei völlig absichtslos an den Briefen herum. Erst als ein Teebeutel aus dem Umschlag fiel, wurde sie stutzig."

 

Lust, weiter zu schreiben? Dann nichts wie ran an Papier und Stift!

 

 August

 Wer kennt die Dahlie Amalie oder die Lilie Ottilie?
Derzeit blühen viele wunderschöne Blumen, formen Obstbäume ihre Frucht. Aus all den wohlansehnlichen und wohlschmeckenden Sommergenüssen gelingt euch doch mit Sicherheit ein Gedicht, das den Sommer konserviert für die dunklen Tage?
Strengt euch an!
 

 Dezember 2017

 Der Dezember ist der zehnte Monat im Gregorianischen Kalender, daher das Decem. Die Zehn wollen wir zu unserem Thema machen. Die zehn kleinen Negerlein, die zehn Finger, das Dezimalsystem, die zehn Plagen und die zehn Jungfrauen, die zehn Gebote und der 10-Euro-Schein.

Die Zehn taktet unsere Mathematik, Größen- und auch Maßeinheiten.

Schreibt 10 Zeilen. Schreibt 10x, was euch zum letzten Monat des Jahres einfällt. Denkt 10 x nach, sprecht 10x mit verschiedenen Menschen über das gleiche Thema. Und dann schickt uns die Eergebnisse!

 Januar 2018

 

Kennt ihr den Januskopf? Einer mit zwei Gesichtern, einer der in zwei Richtungen schaut, einer der von zwei Seiten bedrängt wird.

Da war Janusz, der hatte einen solchen Kopf. Sucht euch eine kleine Lebenssituation heraus, in der diese Zwiegespaltenheit des armen Kerls - oder des begnadeten Menschen - so recht zur Geltung kommt!

 Februar 2018

Alles ist im Fluss. Doch dann und wann, je nachdem in welchem Strom wir gerade mit schwimmen, schwemmt es uns an Land. Wir stranden. Bleiben liegen, während der Strom unbeirrt weiter fließt ohne zurück zu schauen, ja oft ohne zu bemerken, dass wir nicht mehr dabei sind.

Manchmal stranden wir absichtsvoll, steigen aus. Manchmal trägt es uns ungewollt nach außen. Und manchmal stranden wir zu unwirtlicher, kalter und windiger Zeit.

Wer hätte dazu keine Geschichte? Kein Gedicht? Schreibt auf, was euch dazu einfällt!

Frühjahr 2018

 Es ist der erste Frühling für den kleinen getigerten Kater. Er wittert und schnuppert und wird ganz huschig von all den Düften, Geräuschen und all der Geschäftigkeit in der Natur. Neugierig streift er umher. Er kundschaftet sein Revier aus, die tatsächliche Höhe von Bäumen, Nachbargrundstücke und entdeckt, dass in der Nähe auch eine sehr attraktive Katze zuhause ist.

 

Gedicht? Liebesroman? Schnulze oder eine Komödie?

 

 Juni 20189

 Jetzt ist die Zeit, in der all unsere Sinne in Fülle bedient werden. Daher sollten wir ihnen Aufmerksamkeit schenken und sie sprechen lassen.

 

Hören - Sehen - Riechen - Schmecken - Spüren

 

Eine Woche lang sich 10 Minuten Zeit nehmen und nur die Wahrnehmung eines Sinnes notieren. z.B. sitze ich in einem Straßencafé und höre: vorbeifahrende Autos, das leise Geräusch eines Fahrradreifens, Stimmen von Kindern, Scheppern von Geschirr, das Klicken eines Schnappschlosses.... etc. Was würde ich da sehen, was schmecken, riechen, spüren?

 

Übt euch in dieser Kunst. Tut es konsequent. Die Ergebnisse werden euch selbst überraschen.

 

 Sommer 2018

Eine Frau im Roten Kleid am Ufer. Allein...Eine Frau im Roten Kleid am Ufer. Allein...Die Frau in Rot

 

Das Foto schreit nach einer Geschichte. Schreibt sie!

 

 

  

 Oktober 2018

 

Achtsamkeit - Aufmerksamkeit: Vielleicht übersehen wir sie in aller Hektik, in den tausend Pflichten unseres Alltags. Aber sie sind da, die kleinen Wunder, jeden Tag, anf (fast) jedem Ort. Schönheit, Überraschendes, nachdenklich Stimmendes....

 

 

Eine Woche lang wollen wir uns den Winzigkeiten, die das Leben bereichern, widmen. Schreibt täglich 5 Minuten über eine solche Beobachtung, Begebenheit, Begegnung...!

 

 

 

 November 2018

Eulenspiegel - ein Mann voller Humor und Spottlust. Sogar vom Totenbett aus hat er die Leute noch an der Nase herumgeführt und geweissagt, dass sie steinreich würden, sollten sie die Größe besitzen, ihn in allen Ehren beizusetzen. Das wurden sie tatsächlich, mit den vielen Steinen haben sie dann ihrem Marktplatz gepflastert. Na, ist das vielleicht nix?

 

Gibt es in uns, in Dir und Dir und... etwa auch eine solche Seite? Wo möchtet ihr denn gern mal mit spitzer Feder ansetzen? Wem voller Humor einmal einen Spiegel vorhalten?

 

Wäre doch einen Versuch wert, oder? Ich bin auf eure Ergebnisse gespannt!

 

 Dezember 2018

 

Wörterhaufen: Nacht, Schlittschuh, Rouladen, Eiscafé, Matsch, Unterrock, Käseglocke, Monatskarte, Geigenkasten

Aus den Wörtern schreibt eine Geschichte. Viel Spaß dabei!

 

 

 Seit der Neujahrsnacht verschwunden

 

 | Das Rätsel um den vermissten Claus (21)

 

 Claus Kernlos (21) wird vermisst. Auf einer Brücke fand man seine Jacke.

 

 xxx – Eine dunkle Jacke liegt auf der Brücke über den Bach eines Seitentals in xxx. Student Claus Kernlos trug sie in der Silvesternacht. In der er spurlos verschwand.

 

 Die Ermittler schließen bislang weder Unfall, Suizid, ein Untertauchen noch eine Straftat aus. Letztere Möglichkeit hält der Vater des Vermissten, Metzger und Gemeinderat Carsten Kernlos, sogar für wahrscheinlich.

 

 Denn: „Viele Papiere, darunter sein Studentenausweis und Fahrzeugpapiere wurden zusammen mit der Jacke gefunden. Sein Portemonnaie mit EC-Karte und 300 Euro sowie sein Handy sind dagegen verschwunden.“

 

Sein Sohn habe laut Zeugenaussagen „gegen Halbdrei am Neujahrsmorgen noch einem Rentner-Ehepaar über die Brücke geholfen“, sagt er. „Ich denke, dabei verlor er sein Portemonnaie. Als er das bemerkte und zurückkam, um es zu suchen, muss ihm etwas Schreckliches widerfahren sein.“

 

 Im Garten des Grundstücks der Familie habe am Neujahrsmorgen die Badetasche gestanden, mit der Claus um ca. 3.45 Uhr die Silvesterfeier in der Burgbräu wieder verlassen hatte. Was den Schluss nahelegt, dass der junge Mann zwischenzeitlich schon kurz zu Hause war.

 

 Gegen 10 Uhr am Neujahrstag hatten Spaziergänger dann seine Jacke auf der Brücke liegen gesehen. Der Vater: „Es hatte die Nacht über geregnet, die Jacke aber war trocken.“ Ein Hinweis darauf, dass sie erst kurz zuvor dort abgelegt wurde?

 

 An einen Suizid glaubt der Vater ganz sicher nicht.

 

  

 

Was glaubt ihr? Welche Geschichte steckt da dahinter? Gibt es nur "dunkle und beängstigende" Antworten? Bestimmt fließt aus euren Fingern das Geschehen wie von allein.

 

 Februar 2019

 Hart wie ein Stück Holz. Unbewegt. Ausdruckslos. Ob so ein Mensch so etwas wie eine Zukunft hat? Hat er Visionen? Träumt er?

 

Warum sollte er nicht?

 

Er ist schon über den Sommer hinweg gereift, trägt nun Frucht. Harte, beinharte Frucht.

 

Man täusche sich nicht. In ihm ist durchaus noch Leben. Leben, das nur darauf wartet, entfesselt zu werden. Er spürt es. Die Zeit ist nah.

 

 Sämtliche Assoziationen schnell und ungeordnet notieren. Daraus ein Minidrama verfassen.F

 

 März 2019

Roswithas Mann Moritz Fechinger weiß , dass seine Frau noch eine späte Veranstaltung besucht. Er schaut fern und liest Zeitung. Ab 23.00 Uhr wird er nervös. Er versucht, seine Frau auf ihrem Handy zu erreichen, doch das ist abgeschaltet. Er versucht auch die Dienstnummer, wohl wissend, dass es unwahrscheinlich ist, sie dort zu erreichen. DieTelefonnummer ihrer Kollegin findet er nicht. Schließlich hält er es für möglich, dass Roswitha bei der Kollegin übernachtet , da es seit dem frühen Abend leicht geschneit hat und auch Bodenfrost aufgetreten ist. Er schläft unruhig.

 

Das Läuten an der Tür reißt ihn aus dem Schlaf.

 

 Wo steckt die Frau? Wer steht an der Tür?

 

 Eine Kurzgeschichte mit überraschendem Ausgang, das wäre doch was für euch?

 

 April 2019

 Das Frühjahr ist die Zeit der Romantik. Blütenpracht, Duft und milde Luft erzeugen Sehnen, aber auch Bereitschaft. Sich zu verlieben. Ganz neu oder wieder. Alles ist möglich, alles wirkt wie frisch erfunden. Märchenhaft präsentiert sich die Natur. Märchenhaft präsentieren sich Begegnungen.

 Mai 2019

Als ich ein Kind war, konnte ich mit dem Streich von Max und Moritz etwas anfangen, krabbelten sie doch jeden Mai auf und unter Bäumen: die Maikäfer. Heutzutage sieht man sie nur noch selten. 

 

Die Aufgabe: Maikäfer

 

 ...Beobachtungen. Erinnerungen. Geschichte oder Gedicht. Oder einfach sprichwörtliche Sehnsucht?

 

 Juni/Juli 2019

Wir kombinieren diesmal Wort und Bild. Zunächst der Beginn einer Geschichte, der fortgeführt werden soll, und zwar indem die mitgelieferten Fotos mit eingebaut werden und Richtschnur sind. Was das wohl ergibt? Ich bin gespannt!

 

 Text:

 

"Genau hier an dieser Stelle, genau hier unter den tief hängenden Zweigen der Weide, da hatte alles angefangen. In einer Sommernacht voller flüsternder Versprechungen, voller geheimnisvollem Licht, dem sehnsuchtsvollen Quaken von Fröschen, begleitet vom intensiven Zirpen der Grillen.  Die Luft geschwängert vom Duft geschnittenen Grases und sonnenheißem Stein , von Knoblauch und schwarzem Brot. Sie wusste, dass er das abstreiten würde und behaupten, die Geschichte hätte viel früher, als der Schlüssel verloren gegangen war, begonnen. Was aber letztlich auf das gleiche hinauslief."

 

 Fotos: 

 

 Fotos zur GeschichteFotos zur Geschichte

 

 

 

 September 19

Folgender Text

 

 ist als Anfang einer Geschichte gedacht. Schreibt ihn weiter, gebt ihm Spannung und danach eine gute Landung vor dem Schlusspunkt!

 

"Auf keinen Fall denken. Auf keinen Fall fühlen. Nur tun, um Gottes willen, nur tun! Schwer sitzt das Haus zwischen anderen. Schwer und vertrauenswürdig. Bruchsteine türmen sich als Bollwerke. Fensterläden dazwischen. Grüne. Hinter allen Fenstern Finsternis. Es ist als atme das Haus. Ruhig und friedvoll wie Schlafende. Wie die, die sich darinnen ihm anvertrauen. Die Fingerspitzen erkunden die Steine, fahren über die raue Oberfläche. Kühl. Manchmal sanft aufgeworfen manchmal kleine scharfkantige Erhebungen, Täler dazwischen. Keiner fühlt sich an wie der nächste jenseits der Mörtelstraße. In ihrer Eigenart halten sie aber alle zusammen und tragen ein wuchtiges schweres Dach. Sie schluckt. Sie muss es trotzdem tun."

 

 Oktober 19

Lust auf Krimi? Lust darauf, etwas neues zu probieren?

Dann fangt mit dem hier stehenden Text an und schreibt ihn weiter:

"Sekundenschnell verdunkelte sich das Büro. Lautes Rauschen vor geschlossenen Fenstern. Eilig werden Jalosien beiseite geschoben. Dicke Tropfen fallen aus dem Himmel und nässen augenblicklich alles unter sich. Der Springbrunnen in der Mitte des Platzes schiebt ihnen unbeeindruckt seine Fontäne entgegen. Minuten später hängt der Himmel schwefelgelbgrau durch und die dunklen Flecken allerorts verdunsten bereits wieder. ein Mann steht am Rande des Platzes und schaut in die Runde. Er schaut, schwer hängen die Farben über ihm und die Stille ist eine aus bösen Augen geborene..."

 

Ich finde, es passt zu unserem derzeitigen Draußen. Schreibt einen Text, der sich richtig ins Drinnen gräbt!

Viel Erfolg!

 

 

 

 

 

 

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