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Des einen Lust des andern Leid: Salbadern

Veröffentlicht am 16.09.2015

Wer sich lang und breit ohne wirkliche Detailkenntnis, dafür jedoch mit reichlich (oft frömmlerischem) Pathos zu langen Monologen hinreißen lässt, muss sich gefallen lassen, als Salbader bezeichnet zu werden.

Nun können wir ausgiebig darüber salbadern, wo das Wort her kommt, wie es sich gebildet hat und wo es überall vorkommt. Gewiss ist, dass es um 1620 herum in Jena auftauchte und von dortigen Studenten verbreitet wurde. Ziemlich gewiss ist, wenngleich nicht unbestritten, dass das bader darin tatsächlich einen Bader bezeichnet. Und Sal, das könnte Heil, das könnte Salz, das könnte der Salm (eine lange und breite Rede) unter Verlust seines m gewesen sein. Dementgegen glauben welche, das Salus patriae (Trinkspruch) habe Pate gestanden, oder das niederdeutsche Sölbroen (trinkfreudiger Gelagsbruder), oder gar ein Kapuziner, der nicht aufhören konnte seine Geschichten mit ›Dixit Salvator noster‹ abzuschließen.

Darüber kann nun weiter spekuliert und laut salbadert werden, oder wer´s lieber mag, der kannegießere getrost.